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BEAD- & BABA-Compliance-Guide: Was Breitbandanbieter für US-Infrastrukturprojekte wissen müssen

AmerikaBlogEinblicke

Sowohl BABA als auch BAA zielen darauf ab, die inländische Produktion zu stärken. BABA stellt dabei eine deutliche Ausweitung der bisherigen „Buy America“-Anforderungen dar: Es gilt für mehr Projektarten und setzt strengere Vorgaben für den inländischen Fertigungsanteil bei bundesgeförderten Infrastrukturmaßnahmen.

Aspect
BABA (Build America, Buy America Act)
BAA (Buy American Act)
Purpose
Ensures federally funded infrastructure projects use domestically produced materials.
Requires U.S. government purchases to favor American-made goods.
Scope
Focuses on infrastructure projects funded by federal financial assistance.
Covers federal procurement of goods, supplies, and materials.
Material Coverage
Applies to construction materials, iron, steel, manufactured products, and others.
Applies to materials and manufactured goods for government use.
Enforcement
Agencies are required to implement and enforce compliance with Buy America standards.
Compliance is monitored through federal procurement rules and audits.
Legal Framework
Established under the Infrastructure Investment and Jobs Act (2021).
Originally established under the Buy American Act (1933).
International Agreements
Typically stricter and less flexible for international trade exemptions.
Allows for exemptions under trade agreements like WTO GPA and FTAs.
Application Period
Effective for projects post-2021 under the Infrastructure Investment and Jobs Act.
Long-standing regulation since 1933, with amendments over time.

Empfänger und Unterempfänger von BEAD-Mittel sind für die Erfüllung der BABA-Vorgaben verantwortlich. Die Compliance muss vor Installation oder Einsatz des Produkts erreicht sein.

Für die US-Fertigung gelten folgende Kernanforderungen:

  • Eisen & Stahl: Der gesamte Herstellungsprozess – vom Schmelzen bis zur Beschichtung – muss in den USA stattfinden.
  • Andere Fertigprodukte:
    • Das Produkt muss in den USA hergestellt sein.
    • >55 % der Komponenten(kosten) müssen aus den USA stammen.
  • Bauprodukte: Sämtliche Fertigungsstufen müssen in den USA erfolgen.
  • Kosten für Software, F&E und Arbeitszeit zählen nicht.

Netzwerk-Diagramm

Ausnahmen

Unter BABA § 70914 kann das Department of Commerce (DOC) Ausnahmen gewähren, wenn:

  • die Vorgabe nicht im öffentlichen Interesse ist,
  • Materialien in den USA nicht in ausreichender Menge oder Qualität verfügbar sind,
  • US-Materialien die Projektkosten um mehr als 25 % erhöhen würden.

Werkzeuge

Werkzeuge und Geräte, die für die Bauausführung genutzt werden, müssen nicht BABA-konform sein. Buy America greift nur bei Artikeln, die verbaut, befestigt oder verbraucht werden.

Das DOC weist darauf hin, dass die Ausgaben für optische Faser & Glasfaserkabel im Tribal Broadband Connectivity Program (TBCP) besonders hoch sind. Daher wird vorgeschlagen, die Buy-America-Pflicht für bestimmte nicht-optische Komponenten der Faserfertigung zu waiven – insbesondere:

  • Faseroptik-Steckverbinder dürfen außerhalb der USA gefertigt werden.
  • NTIA beantragt zusätzlich einen Waiver für unrepeated submarine fiber optic cable, da hierfür keine US-Produktion besteht.
  • ABER: Kabelkonfektionen müssen aus BABA-konformen Kabeln hergestellt werden.

Elektronische Fertigprodukte

Für die meisten elektronischen Geräte – z. B. kombinierte ONTs/ONUs, Gateways – wird eine Buy-America-Ausnahme empfohlen.

Passive optische Komponenten

Da passive Komponenten (Splitter, Mux/Demux, Filter, Attenuatoren etc.) meist im Ausland gefertigt werden und nur einen kleinen Kostenanteil ausmachen, schlägt das DOC ebenfalls einen Buy-America-Waiver vor.

 

BABA-Geltungsbereich

Elektronische Fertigprodukte – geplante Ausnahmen

NTIA plant Waiver für nahezu alle elektronischen Fertigprodukte, mit wenigen Ausnahmen. Diese müssen teils in den USA gefertigt sein, aber nicht den 55-%-Komponentenanteil erfüllen:

  • OLTs, Remote OLTs, OLT-Linecards
  • Subscriber-Pluggables
  • Standalone-ONTs/ONUs
  • Kombi-ONTs mit deaktivierter Routerfunktion

Eisen- & Stahlprodukte

Kein Waiver – z. B. Radiotürme im terrestrischen Fixed Wireless.

Pluggable Optical Transceivers – Mindestprozesse in den USA

Folgende Schritte müssen vollständig in den USA erfolgen:

  • Installation der optischen Sub-Assembly
  • Gehäusemontage
  • Software-/Firmware-Integration & kundenspezifische Konfiguration
  • Tests & Qualitätssicherung
  • Verpackung & Versand

Gehäuse (Enclosures)

Für Cabinets, Vaults, Pedestals, Closures etc. kann das 55%-Erfordernis bestehen bleiben. Jedes Gehäuse muss einzeln auf Buy-America-Konformität geprüft werden.

Sonstige Netzausrüstung

Mechanische Komponenten wie Conduit, Brackets, Patchpanels sind meist:

  • kostengünstig,
  • lokal gefertigt,
  • in geringem Anteil vorhanden – daher kein Problem für die Compliance.

BEAD-Empfänger müssen Bestandsmengen und Kosten kleiner Hardwareteile nach bestem Wissen dokumentieren.

 

Domestic Gaps (Engpässe in der US-Produktion)

 

 

Aerial

  • Pole Line Hardware (Maclean, Allied Bolt, Hubble)
  • Klemmen-/Bolt-Baugruppen
  • Tap-Bracket für FO-Slack Storage
  • Drop-Hardware
  • Kapazitätsengpass bei Strand Wire (Vorplanung nötig: 3–10 Wochen Lead Time)
  • Größter Engpass: Lashing Wire
  • Banding-Risiko bei Edelstahl-Knappheit

Handholes

  • Starke Produktion in Mexiko und zunehmend auch in den USA
  • HDPE & Polymerbeton werden vermehrt in den USA gefertigt

Schächte (Vaults)

Empfehlung: HDPE + Polymer Concrete beide freigeben lassen, um flexibel zu bleiben.

Pedestals and Other Above-Ground Housings (Pedestals)

Mögliche Lücke: Bracket Tree im Innenaufbau.

Fazit

Mit den BEAD-Investitionen auf Rekordniveau ist die Einhaltung von BABA entscheidend. Waiver schaffen begrenzte Flexibilität, aber das Ziel bleibt: Stärkung der US-Produktion und Aufbau nachhaltiger Breitbandnetze. Wer informiert bleibt, Material frühzeitig plant und eng mit Lieferanten zusammenarbeitet, kann Compliance sicher erfüllen – und aktiv dazu beitragen, die digitale Kluft in den USA zu schließen.

 

Kontaktieren Sie uns, um mehr darüber zu erfahren, wie Netceed Sie bei BEAD- und BABA-Anforderungen unterstützen kann.

 

Disclaimer

Diese Information wird kostenfrei bereitgestellt. Netceed übernimmt keine Gewähr für Vollständigkeit oder Richtigkeit. Nutzung erfolgt auf eigenes Risiko. Bei Weitergabe ist auf diesen Haftungsausschluss hinzuweisen.

Begriffsdefinitionen
  • BEAD: $42 Mrd. Programm aus dem Bipartisan Infrastructure Law zur Versorgung un- und unterversorgter Gebiete (< 25/3 Mbps bzw. < 100/20 Mbps).
  • NTIA: Telekommunikations- & Informationsbehörde im US-Handelsministerium.
  • BABA Act: Teil des Infrastructure Investment and Jobs Act. Seit 14. Mai 2022 müssen Eisen, Stahl, Fertigprodukte und Baumaterialien aus US-Produktion stammen.

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