
BEAD- & BABA-Compliance-Guide: Was Breitbandanbieter für US-Infrastrukturprojekte wissen müssen
Sowohl BABA als auch BAA zielen darauf ab, die inländische Produktion zu stärken. BABA stellt dabei eine deutliche Ausweitung der bisherigen „Buy America“-Anforderungen dar: Es gilt für mehr Projektarten und setzt strengere Vorgaben für den inländischen Fertigungsanteil bei bundesgeförderten Infrastrukturmaßnahmen.
Empfänger und Unterempfänger von BEAD-Mittel sind für die Erfüllung der BABA-Vorgaben verantwortlich. Die Compliance muss vor Installation oder Einsatz des Produkts erreicht sein.
Für die US-Fertigung gelten folgende Kernanforderungen:
- Eisen & Stahl: Der gesamte Herstellungsprozess – vom Schmelzen bis zur Beschichtung – muss in den USA stattfinden.
- Andere Fertigprodukte:
- Das Produkt muss in den USA hergestellt sein.
- >55 % der Komponenten(kosten) müssen aus den USA stammen.
- Bauprodukte: Sämtliche Fertigungsstufen müssen in den USA erfolgen.
- Kosten für Software, F&E und Arbeitszeit zählen nicht.
Netzwerk-Diagramm

Ausnahmen
Unter BABA § 70914 kann das Department of Commerce (DOC) Ausnahmen gewähren, wenn:
- die Vorgabe nicht im öffentlichen Interesse ist,
- Materialien in den USA nicht in ausreichender Menge oder Qualität verfügbar sind,
- US-Materialien die Projektkosten um mehr als 25 % erhöhen würden.
Werkzeuge
Werkzeuge und Geräte, die für die Bauausführung genutzt werden, müssen nicht BABA-konform sein. Buy America greift nur bei Artikeln, die verbaut, befestigt oder verbraucht werden.
Das DOC weist darauf hin, dass die Ausgaben für optische Faser & Glasfaserkabel im Tribal Broadband Connectivity Program (TBCP) besonders hoch sind. Daher wird vorgeschlagen, die Buy-America-Pflicht für bestimmte nicht-optische Komponenten der Faserfertigung zu waiven – insbesondere:
- Faseroptik-Steckverbinder dürfen außerhalb der USA gefertigt werden.
- NTIA beantragt zusätzlich einen Waiver für unrepeated submarine fiber optic cable, da hierfür keine US-Produktion besteht.
- ABER: Kabelkonfektionen müssen aus BABA-konformen Kabeln hergestellt werden.
Elektronische Fertigprodukte
Für die meisten elektronischen Geräte – z. B. kombinierte ONTs/ONUs, Gateways – wird eine Buy-America-Ausnahme empfohlen.
Passive optische Komponenten
Da passive Komponenten (Splitter, Mux/Demux, Filter, Attenuatoren etc.) meist im Ausland gefertigt werden und nur einen kleinen Kostenanteil ausmachen, schlägt das DOC ebenfalls einen Buy-America-Waiver vor.
BABA-Geltungsbereich
Elektronische Fertigprodukte – geplante Ausnahmen
NTIA plant Waiver für nahezu alle elektronischen Fertigprodukte, mit wenigen Ausnahmen. Diese müssen teils in den USA gefertigt sein, aber nicht den 55-%-Komponentenanteil erfüllen:
- OLTs, Remote OLTs, OLT-Linecards
- Subscriber-Pluggables
- Standalone-ONTs/ONUs
- Kombi-ONTs mit deaktivierter Routerfunktion
Eisen- & Stahlprodukte
Kein Waiver – z. B. Radiotürme im terrestrischen Fixed Wireless.
Pluggable Optical Transceivers – Mindestprozesse in den USA
Folgende Schritte müssen vollständig in den USA erfolgen:
- Installation der optischen Sub-Assembly
- Gehäusemontage
- Software-/Firmware-Integration & kundenspezifische Konfiguration
- Tests & Qualitätssicherung
- Verpackung & Versand
Gehäuse (Enclosures)
Für Cabinets, Vaults, Pedestals, Closures etc. kann das 55%-Erfordernis bestehen bleiben. Jedes Gehäuse muss einzeln auf Buy-America-Konformität geprüft werden.
Sonstige Netzausrüstung
Mechanische Komponenten wie Conduit, Brackets, Patchpanels sind meist:
- kostengünstig,
- lokal gefertigt,
- in geringem Anteil vorhanden – daher kein Problem für die Compliance.
BEAD-Empfänger müssen Bestandsmengen und Kosten kleiner Hardwareteile nach bestem Wissen dokumentieren.
Domestic Gaps (Engpässe in der US-Produktion)

Aerial
- Pole Line Hardware (Maclean, Allied Bolt, Hubble)
- Klemmen-/Bolt-Baugruppen
- Tap-Bracket für FO-Slack Storage
- Drop-Hardware
- Kapazitätsengpass bei Strand Wire (Vorplanung nötig: 3–10 Wochen Lead Time)
- Größter Engpass: Lashing Wire
- Banding-Risiko bei Edelstahl-Knappheit
Handholes
- Starke Produktion in Mexiko und zunehmend auch in den USA
- HDPE & Polymerbeton werden vermehrt in den USA gefertigt
Schächte (Vaults)
Empfehlung: HDPE + Polymer Concrete beide freigeben lassen, um flexibel zu bleiben.
Pedestals and Other Above-Ground Housings (Pedestals)
Mögliche Lücke: Bracket Tree im Innenaufbau.
Fazit
Mit den BEAD-Investitionen auf Rekordniveau ist die Einhaltung von BABA entscheidend. Waiver schaffen begrenzte Flexibilität, aber das Ziel bleibt: Stärkung der US-Produktion und Aufbau nachhaltiger Breitbandnetze. Wer informiert bleibt, Material frühzeitig plant und eng mit Lieferanten zusammenarbeitet, kann Compliance sicher erfüllen – und aktiv dazu beitragen, die digitale Kluft in den USA zu schließen.
Kontaktieren Sie uns, um mehr darüber zu erfahren, wie Netceed Sie bei BEAD- und BABA-Anforderungen unterstützen kann.
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Begriffsdefinitionen
- BEAD: $42 Mrd. Programm aus dem Bipartisan Infrastructure Law zur Versorgung un- und unterversorgter Gebiete (< 25/3 Mbps bzw. < 100/20 Mbps).
- NTIA: Telekommunikations- & Informationsbehörde im US-Handelsministerium.
- BABA Act: Teil des Infrastructure Investment and Jobs Act. Seit 14. Mai 2022 müssen Eisen, Stahl, Fertigprodukte und Baumaterialien aus US-Produktion stammen.